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Zeit für Abrüstung!

18. Apr 2017

pax christi-Bundesvorsitzende beim Ostermarsch in Erlangen

Auf dem Hugenottenplatz in Erlangen stellte die Bundesvorsitzende von pax christi die Folgen einer auch auf Waffengewalt gestützten Politik für die menschliche Entwicklung dar.

Auf Einladung des Erlanger Bündnisses für den Frieden sprachen der für Sport, Kultur und Frieden zuständige Stadtrat, Herr Gabriele Dorin, aus der italienischen Partnerstadt Cumiana sowie die Bundesvorsitzende von pax christi, Frau Wiltrud Rösch-Metzler (Hauptrednerin).

Ersterer kritisierte die Zunahme der weltweiten Militärausgaben und Rüstungsexporte auf Kosten der globalen Entwicklungsziele der UNO wie z. B. Armutsüberwindung und Bildung. Auch wer an Politik nicht interessiert sei, könne durch seine einfachen, täglichen Kaufentscheidungen und Gespräche darüber indirekt politisch wirken: nämlich durch bewussten Konsum zu einer besseren Welt beitragen.

Die Bundesvorsitzende von pax christi hatte als Thema „Zeit für Abrüstung“ gewählt. Sie betonte die Notwendigkeit, die deutsche Politik zum Engagement für eine Lösung internationaler Konflikte unter Achtung des Völkerrechts zu bewegen sowie zur Aufnahme von Flüchtlingen und zur humanitären Hilfe. Auch müssten einige NATO-Staaten von ihrem Ziel abgebracht werden, 2% ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts für das Militär auszugeben. Dieses Jahr sei der Wahlkampf in Deutschland eine Chance, Schritte zur Abrüstung zu fordern und zur Umwidmung von Steuergeldern in menschliche Entwicklung.

Zum Giftgaseinsatz am 4. April 2017 in Syrien mahnte sie zuerst Aufklärung an über die Hintergründe der Tat; der darauf folgende US-Raketenangriff auf al-Chairat sei ein völkerrechtlicher Verstoß gegen das Angriffsverbot der UN-Charta. Die Friedensbewegung dürfe nicht müde werden, diesen UNO-Rahmen für alle Konflikte einzufordern, „um nachfolgende Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren“, wie es die UN-Charta verlange und die Bundesregierung akzeptieren möge.
Aktive Gewaltfreiheit als Vorbild

Schließlich verwies die Bundesvorsitzende auf die Mahnung Jesu an seine Jüngerinnen und Jünger zur Feindesliebe, d. h. dem Bösen keinen gewalttätigen Widerstand entgegen zu setzen, sondern Frieden zu stiften, zu vergeben, Wiedergutmachung zu leisten sowie überaus barmherzig zu sein. Zur Umsetzung sei 2016 unter Mitwirkung von pax christi eine internationale katholische Initiative gegründet worden, die die aktive Gewaltfreiheit auf allen Ebenen innerhalb der katholischen Kirche fördern und einen weltweiten Dialog über Gewaltfreiheit führen will. Um so schmerzlicher sei die Absicht der deutschen Bischofskonferenz, den bisherigen Zuschuss von jährlich 60.000 Euro an die Bundesebene von pax christi zu streichen. Derzeit gebe es einen Überprüfungsprozess. Die Bundesvorsitzende verwies auf eine Online-Petition und verteilte Aktionspostkarten.

Nach anschließendem Demonstrationszug zum Langemarckplatz fand die Abschlusskundgebung statt:
Erste Zivilklausel an einer bayerischen Hochschule

Lena Krauß vom Arbeitskreis „Zivilklausel“ an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) berichtete, dass es nach zahlreichen Gesprächen gelungen sei, den Senat für einen Beschluss zur Leitbildergänzung im November 2016 zu gewinnen:

„Die FAU ist sich als öffentliche Einrichtung der gesellschaftlichen Folgenverantwortung ihrer Forschung bewusst. Durch ihren Beitrag zu transparenter, öffentlicher und interdisziplinärer Diskussion kommt sie der Einhaltung von anerkannten ethischen und moralischen Standards auf nationaler und internationaler Ebene nach. Verantwortungsbewusstes Handeln wird von ihr gefördert und resultiert im gerechten und friedlichen Zusammenleben zwischen Menschen, Kulturen und Nationen.“

Die Veranstaltung endete mit einem auf den Punkt gebrachten Kurzbeitrag der IG-Metall-Jugend.

Musikalische Beiträge des Erlanger Liedermachers Werner Lutz in Begleitung von Mario Bock unterstützen die Anliegen der Demonstration.