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Impuls zum 26. März 2023

Zum 5. Sonntag in der Fastenzeit

Von Maria Buchwitz (Münster), Mitglied im pax christi-Bundesvorstand

Liedvorschlag
GL Nr. 472, 1-4 – Manchmal feiern wir mitten im Tag

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_manchmal_feiern_wir_mitten_im_tag.html


Evangelium
Joh.11, 1-45

https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/EUE/JHN.11/Johannes-11


„Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst“ *
* Mahatma Gandhi

Gedanken zum Misereor-Sonntag und zum heutigen Evangelium 
Frau. Macht. Veränderung. – Das Motto des heutigen Misereor-Sonntags macht klar, wie nötig wir Veränderung haben hin zu Gerechtigkeit, zu einem guten Leben für alle Menschen. Misereor thematisiert in diesem Jahr besonders die Situation der Frauen in Madagaskar. In Madagaskar, wie in den meisten patriarchalisch geprägten afrikanischen Ländern, sind Frauen an vielen Stellen weitaus mehr von ungerechten gesellschaftlichen Strukturen betroffen als in den westlichen Industrieländern. Frauen sind mehr als Männer von Hunger und Armut betroffen, haben weniger Zugang zu Bildung, eine schlechtere Gesundheitsversorgung und werden bei Entscheidungen, die die gesamte Gesellschaft betreffen, kaum gehört. Sie besitzen nur 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen, verrichten aber neben der Haus-und Pflegearbeit zugleich den überwiegenden Teil der Arbeit in der Landwirtschaft. Aber Frauen sind an vielen Stellen Motoren der gesellschaftlichen Entwicklung. Zahlreiche Studien belegen, dass Projekte erfolgreicher und nachhaltiger sind, wenn sie an führenden Stellen von Frauen getragen werden. Aber: Es kann sowohl in den Ländern des globalen Südens wie bei uns nicht nur darum gehen, gleiche Rechte und mehr Frauen in Führungspositionen zu fordern. Es geht darum, dass Frauen an führenden Stellen vorangehen, um die Strukturen unserer global ungerechten Gesellschaftsordnung zu verändern – einer Gesellschaft, die die Wirtschaftsinteressen der reichen Industrieländer auf Kosten der Mehrheit der Bevölkerung vorantreibt, die weltweit den Klimawandel befeuert und immer mehr Geld und Ressourcen in Tötungswerkzeuge, in das Militär, steckt, anstatt in ein gutes Leben für ALLE.

Auch im heutigen Evangelium geht es um Veränderung – um Veränderung durch den Geist Gottes, der uns zum Leben befreit. Zwei Frauen spielen eine wichtige Rolle – die beiden Schwestern des Lazarus. Da ist einmal Martha, die Jesus praktisch Beine macht, die ihm entgegeneilt und ihm Vorwürfe macht, dass er viel zu spät kommt, um ihren Bruder Lazarus zu retten. Und da ist Maria Magdalena, die zunächst eine passive Rolle einnimmt und in Trauer um ihren Bruder zuhause bleibt, die aber an späterer Stelle im Evangelium als erste dem Auferstandenen Jesus am Ostermorgen begegnen wird. Beide Frauen lieben Jesus und schenken ihm in dieser scheinbar aussichtslosen Lage, wo ihr Bruder schon gestorben ist, dennoch grenzenloses Vertrauen. Das drückt sich in ihren Worten aus: „Herr, wärst Du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Und auch in Marthas Worten an Jesus: „Alles worum Du Gott bittest, wird er Dir geben.“ Dieses grenzenlose Vertrauen, welches in einer starken Liebe wurzelt, schenkt Jesus wiederum seinem Vater, indem er spricht:  “Ich wusste es, dass Du mich immer erhörst“ bevor er Lazarus zurufen kann: „Komm heraus!“ Ohne dieses unbedingte Vertrauen hätte Jesus Lazarus nicht aus seinem Grab heraus – fordern können. Vertrauen versetzt hier sozusagen Berge, wie es im Volksmund heißt. Es führt dazu, den Tod, das Elend, die Macht des Faktischen nicht für allmächtig zu halten. Vertrauen, bedingungsloses Vertrauen in die Macht Gottes – oder anders gesagt in die Macht der Liebe – führt dazu, Wege heraus aus aussichtslosen Situationen zu finden, Wege der Veränderung zu neuem Leben gehen zu können.

„Komm heraus!“ 
Diese Aufforderung Jesu an Lazarus kann sicher auch uns gelten, wenn wir angesichts einer Welt der „multiplen Krisen“ drohen in Resignation oder Verzweiflung zu verfallen. Mir hilft manchmal der Besuch eines besonderen Ortes wie der Ludgerikirche in Münster. „Ich habe keine anderen Arme als die Euren“, lautet die Inschrift eines Kreuzes hier, dessen Arme im 2. Weltkrieg zerstört wurden. Kommen wir heraus aus unseren Ohnmachtsgefühlen, lösen wir uns von Binden, die uns gefangen halten auch in egoistischem Denken, in Vorurteilen ganz anderen Menschen und Sichtweisen gegenüber, die uns den Blick und das Empfinden darauf verstellen, dass wir alle als Kinder des einen Vaters oder der einen Mutter als Menschheitsfamilie zusammenleben. Schließen wir uns dem bedingungslosen Vertrauen von Martha und Maria an und dem Vertrauen Jesu in seinen Vater. Vertrauen wir auf den Geist Gottes, auf die Macht der Liebe, die Veränderung schafft!

Gebet
Jesus Christus
Mit Dir will ich aufstehen
  • gegen Not und Tod
  • gegen Folter und Leiden
  • gegen Armut und Elend
  • gegen Hass und Terror
  • gegen Zweifel und Resignation
  • gegen Unterdrückung und Zwang

Mit Dir will ich aufstehen
  • gegen alles, was das Leben hindert

Mit Dir will ich einstehen
  • für alles, was das Leben fördert

Sei Du mit mir
  • damit ich aufstehe mit Dir

Anton Rotzetter

 

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