Impuls zum 8. März 2026
Von Gordon Matthews, Friedensarbeiter, pax christi Paderborn
Lied
Es werden kommen von Osten und von Westen.
Es werden kommen von Norden und von Süden,
die zum Tische Sitzen werden im Reich Gottes!
Lesung: Exodus 17, 3-7
In jenen Tagen dürstete das Volk nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie sagten: Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten heraufgeführt, um mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben zu lassen? Mose schrie zum HERRN: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich.
Der HERR antwortete Mose: Geh am Volk vorbei und nimm einige von den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh! Siehe, dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen und das Volk kann trinken.
Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels. Den Ort nannte er Massa und Meríba, Probe und Streit, weil die Israeliten gehadert und den HERRN auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?
Wir haben Durst nach der Gerechtigkeit und wir ersehnen den Frieden.
Mein Gott! Warum lässt du den Krieg zu?
Schenke uns und der ganzen Welt endlich mal Frieden!
Lied
“Kyrie eleison” von Jodi Page Clark, in „Prayers for Peacemakers”, Valerie Flessati (Ed.), 1988, Kevin Mayhew Ltd., Bury St Edmunds
Look around you, can you see?
Times are troubled, people grieve.
See the violence, feel the hardness;
All my people, weep with me.
Kyrie eleison! Christe eleison!
Kyrie eleison!
Walk among them, I’ll go with you.
Reach out to them with my hands.
Suffer with me and together
We will serve them, help them stand.
Kyrie eleison! Christe eleison!
Kyrie eleison!
Forgive us, Father; hear our prayer.
We would walk with you anywhere,
Through your suffering, with forgiveness,
Take your life into the world.
Kyrie eleison! Christe eleison!
Kyrie eleison!
Deutsche Übersetzung:
Haltet Ausschau. Seht ihr jetzt?
Es sind unruhige Zeiten, Menschen trauern.
Seht die Gewalt. Spürt die Härte.
Mein ganzes Volk, weint mit mir.
Kyrie eleison! Christe eleison!
Kyrie eleison!
Geht unter ihnen mit. Ich gehe mit euch.
Geht auf ihnen zu mit meinen Händen.
Leidet mit mir und gemeinsam
werden wir ihnen dienen, ihnen aufrichten.
Kyrie eleison! Christe eleison!
Kyrie eleison!
Verzeih uns, Vater. Hör unser Gebet.
Wir wollen mit dir gehen, wo immer du gehst, durch dein Leid, vergebend,
dein Leben in die Welt bringen.
Kyrie eleison! Christe eleison!
Kyrie eleison!
Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Lesung: Römerbrief 5,5-15.19b-26.39a.40-42
Schwestern und Brüder!
Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.
Mehr noch, wir rühmen uns ebenso der Bedrängnisse; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung.
Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben. Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden.
Evangelium: Johannesevangelium 4,5-15.19b-26.39a.40-42
In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?
Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! Ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.
Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht.
Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus. Als die Samariter zu ihm kamen,
baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.
Lied: “Man sagt, er war ein Gammler.”
Man sagt, er war ein Gammler. Er zog durch das ganze Land.
Raue Männer im Gefolge, die er auf der Straße fand.
Niemand wusste, wo er herkam, was er wollte, was er tat.
Doch man sagte: Wer so redet, ist gefährlich für den Staat.
Man sagt, er war ein Dichter, seine Worte hatten Stil.
Wer ihn hörte, schwieg betroffen und ein Sturm war plötzlich still.
Seine Bilder und Vergleiche waren schwierig zu versteh'n,
doch die Leute saßen stundenlang, ihn zu hören und zu seh'n.
Man sagt, er war ein Zauberer, an Wundern fehlt es nicht.
Er ging zu Fuß auf einem See und gab den Blinden Augenlicht.
Machte Wein aus klarem Wasser, kannte Tricks mit Fisch und Brot,
und er sprach von einer "Neugeburt", weckte Menschen auf vom Tod.
Man sagt, er war Politiker, der rief: Ich mach euch frei!
Und die Masse wollte gern, dass er ihr neuer König sei.
Er sprach laut von Korruption und wies auf Unrecht offen hin,
doch man hasste seinen Einfluss und so kreuzigten sie ihn.
Er ist der Sohn des Höchsten, doch er kam um Mensch zu sein.
Offenbarte Gottes Art, um uns aus Sünde zu befrei'n.
So hab' ich ihn erfahren; ich begann, ihn so zu seh'n.
Und ich meine, es wird Zeit – wir sollten ihm entgegengehen.
Jesus ist in Samarien unterwegs. Er kommt müde und durstig zum Jakobsbrunnen. Seine Jünger gehen in die nahegelegene Stadt Sychar, die heute Nablus heißt, um Essen zu kaufen. Eine Samariterin kommt, um Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen. Jesus bittet ihr um Wasser, obwohl er Jude ist und sie eine Samariterin. Damals waren die Juden und die Samariter verfeindet, wie heute Israelis und Palästinenser. Trotzdem spricht Jesus die Feindin an. Er begegnet sie mit Respekt, denn er liebt seine Feinde. Jesus liebt sowohl Männer als auch Frauen. Er liebt sowohl Juden als auch Samariter.
Gott liebt jede und jeder, Frauen wie Männer, Israelis wie Palästinenserinnen oder Palästinenser, Afrikanerinnen oder Amerikanerinnen wie Europäerinnen, Russen wie Ukrainer, Araber wir Perser bzw. Iraner.
Es gibt eine Erzählung der Chassidim: Ein alter Rabbi fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt. „Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“, fragte einer der Schüler. „Nein,“ sagte der Rabbi. „Ist es, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?“ fragte ein anderer. „Nein,“ sagte der Rabbi. „Aber wann ist es dann?“, fragten die Schüler. „Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blickst und deine Schwester oder deinen Bruder erkennst. Bis dahin ist es noch Nacht.“
(Aus „Frieden stiften – jeden Tag“, herausgegeben von Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2. Auflage 2003)
Wir, die wir in der Nachfolge Jesu sind, dürfen gegen niemandem Krieg führen. Jesus will, dass wir auch unsere Feinde lieben, wie er es tat.
Im 5. Buch Mose heißt es: „Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem ihr den HERRN, euren Gott, liebt und seiner Stimme gehorcht und ihm anhanget.“ (5. Buch Mose 30,19-20)
Der Krieg – auch ein Verteidigungskrieg – ist kein Mittel zum Frieden.
Jesus mahnt, wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.
Wenn „Schwert“ für atomare Sprengkopf steht, dann geht die ganze Welt zugrunde. Martin Luther King hat es auf dem Punkt gebracht: „Es steht nicht länger die Wahl zwischen Gewalt und Gewaltfreiheit, sondern vielmehr zwischen Gewaltfreiheit und totaler Zerstörung.“ Wer nicht die Gewaltfreiheit wählt, wählt die totale Zerstörung. Siehe Gaza und die Ukraine.
Papst Leo XIV bringt es immer wieder zum Ausdruck, dass wir einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden brauchen. Letztendlich ist ein solcher Friede ein Geschenk Gottes, aber wir Christinnen und Christen sind dazu berufen, dem Frieden zu dienen, nicht dem Krieg.
Wir haben Durst nach der Gerechtigkeit und wir ersehnen den Frieden.
Jesus bat der Samariterin lebendiges Wasser an. Uns bietet er seinen lebendigen Geist. Lasst uns im Gebet vor ihm treten und sein lebendiges Wasser umsonst empfangen.
Am Montag wurde während der morgendlichen Eucharistiefeier in der anglikanischen Kathedrale von Sankt Georg in Jerusalem die Predigt von Abuna Wadie durch Sirenen unterbrochen. Richard Sewell, Rektor der St George’s College und Domprobst der Kathedrale, teilte auf Facebook mit: Bei der Entwarnung nach einem Raketenangriff verlassen die dort Wohnenden den Schutzbunker mit dem Ruf „Hallelu-yalla!“. „Yalla!“ heißt so etwas wie „Wir gehen los!“
Lasst uns, durch das lebendige Wasser Christi gestärkt, los laufen auf dem Weg des Friedens!