Katholikentag Würzburg 2026
Gut 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am 15.5.2026 die Diskussion
„Deutsche Waffen in alle Welt? Erste Bilanz der Rüstungsexportpolitik unter Kanzler
Merz“ im Rahmen des Katholikentages in Würzburg. Bei der Veranstaltung, die von
der Pax Christi-Kommission Rüstungsexport organisiert und moderiert wurde,
diskutierten die Friedens- und Konfliktforscherin Dr. Simone Wisotzki (PRIF, Frankfurt)
und die Bundestagsabgeordneten Dr. Ralf Stegner (SPD) und Niklas Wagener
(Bündnis 90/Die Grünen). Von Seiten der ebenfalls eingeladenen CDU/CSU hatte es
im Vorfeld eine ganze Serie von Absagen gegeben.
Einleitend verwies Simone Wisotzki auf das wachsende Gewicht der Rüstungs-
industrie in Europa und zeigte auf, dass wachsende Kapazitäten mittelfristig für einen
steigenden Exportdruck sorgen können. Die Rüstungsexport-Politik der jetzigen
Bundesregierung orientiere sich hauptsächlich an strategischen und wirtschaftlichen
Erwägungen, dies zeige sich auch an der zunehmenden Zahl der
Allgemeingenehmigungen ohne konkrete Einzelfallprüfung. Demgegenüber waren
sich alle drei Referent*innen einig, dass es keine Rüstungsexporte in Staaten geben
sollte, die Menschenrechte oder Völkerrecht verletzen. Übereinstimmend plädierten
sie für ein Rüstungsexportkontrollgesetz, das diese Vorgabe absichern könnte – auch
wenn ein solches Vorhaben es nicht in den Koalitionsvertrag der jetzigen
Regierungskoalition geschafft hat.
Beiträge aus dem Publikum erweiterten das Themenfeld um weitere friedenspolitische
Fragen. So wurden auch die Gefahren eines Atomkriegs, die Wehrpflicht und die
Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen in die Debatte mit
einbezogen. Die Diskussionen verliefen sachlich und intensiv und die Referent*innen
wurden am Ende mit starkem Beifall verabschiedet.