Nachruf zum Tod des Jesuiten Javier Giraldo
02. Sep 2026
Die Kommission Solidarität Eine Welt ist sehr traurig über den Tod von Pater Javier Giraldo. Mit ihm hat uns ein konsequenter Vertreter der Befreiungstheologie in Kolumbien verlassen. Sein Zeugnis wird in den Menschen, die ihm nahestanden, und auch in uns allen weiterleben.
Im Rahmen unserer Solidaritätsarbeit mit Kolumbien lernten wir Pater Javier Giraldo persönlich kennen und schätzten ihn als einen außergewöhnlichen Menschen, der sein Leben in den Dienst des Evangeliums Jesu stellte. In seiner Arbeit mit den Opfern des bewaffneten Konflikts in Kolumbien setzte er die Nächstenliebe auf wirkungsvolle Weise in die Tat um. In Vorträgen und Gesprächen teilte er auch mit uns, den „Internationalen“, seine Analyse der Lage im Land und sein Wissen über den Paramilitarismus.
Die von ihm gegründete Datenbank des CINEP, die Daten zu Menschenrechtsverletzungen im ganzen Land sammelt und analysiert, bildete eine wichtige und zuverlässige Grundlage für die Berichte, die unter anderem Verfolgungen, Drohungen, Morde und Verschleppungen ans Licht brachten, einschließlich der systematischen Verbrechen, die von kriminellen Strukturen begangen wurden, zu denen auch Regierungsvertreter und ihre Verbündeten gehören.
Wir erinnern uns insbesondere an seine Unterstützung und Begleitung der Friedensgemeinde San José de Apartadó, deren Zivilbevölkerung nicht in den bewaffneten Krieg hineingezogen werden will. Javier Giraldo prangerte die Verfolgung und Ermordung zahlreicher Mitglieder der Gemeinschaft an.
Auch in dieser Gemeinschaft, wie in vielen anderen, sind seine Worte Trost und geistige Nahrung. Sein Handeln ist ein Ansporn, weiter für ein Leben in Würde zu kämpfen.
Möge er in Frieden ruhen!
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