5 Jahre Atomwaffenverbotsvertrag
21. Jan 2026
Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (Atomwaffenverbotsvertrag, AVV) in Kraft. Fünf Jahre später bleibt er ein historisches Zeichen der Hoffnung in einer Zeit wachsender globaler Aufrüstung. Der Vertrag ist Ergebnis jahrzehntelangen Engagements von Staaten, Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen ins Zentrum der internationalen Debatte gerückt haben.
Der AVV verbietet Entwicklung, Test, Produktion, Besitz, Weitergabe und Lagerung von Atomwaffen sowie ihren Einsatz und die Drohung mit ihrem Einsatz. Er baut auf dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofes von 1996 und den menschenrechtlichen Verpflichtungen der Staaten auf und ist ein wichtiger Schritt hin zur vollständigen Abschaffung aller Atomwaffen.
Der Heilige Stuhl gehörte zu den ersten Unterzeichnern und Ratifizierern des Vertrags. Papst Franziskus hat wiederholt betont, dass nicht nur der Einsatz, sondern bereits der Besitz von Atomwaffen moralisch nicht vertretbar ist. Eine auf nuklearer Abschreckung beruhende Sicherheitspolitik widerspricht einer christlichen Friedensethik und gefährdet die Zukunft der Menschheit und der Schöpfung.
Inzwischen haben 99 Staaten den Vertrag unterzeichnet, ratifiziert oder sind ihm beigetreten – mehr als die Hälfte aller UN-Mitgliedsstaaten. pax christi Deutschland begrüßt diesen Fortschritt ausdrücklich und bekennt sich klar zum Ziel einer Welt ohne Atomwaffen.
„Atomwaffen widersprechen dem christlichen Glauben an die unantastbare Würde jedes Menschen und an den Gott des Lebens“, erklärt pax christi Deutschland. „Sie bedrohen die gesamte Schöpfung und untergraben jede Ethik der Verantwortung. Der Atomwaffenverbotsvertrag ist deshalb nicht nur ein politisches Instrument, sondern ein moralischer Kompass.“
Ende 2026 findet die erste Überprüfungskonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags bei den Vereinten Nationen in New York statt. pax christi Deutschland wiederholt seine Forderung, dass endlich auch Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt und dass bis dahin die deutsche Regierung diese Konferenz erneut als Beobachter begleitet. Seit vielen Jahren setzt sich pax christi dazu für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland, u.a. als Mitglied der Kampagne "Atomwaffenfrei jetzt" ein.
Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Vertrags ist klar: Frieden und Sicherheit lassen sich nicht mit Massenvernichtungswaffen erreichen. pax christi ruft Politik, Kirche und Gesellschaft dazu auf, den Weg der Ächtung und Abschaffung von Atomwaffen konsequent weiterzugehen.